Wie bringe ich sie zum Orgasmus?

Der weibliche Orgasmus – ein Mythos für sich

Der Orgasmus ist genau so komplex, wie du es dir schon immer vorgestellt hast. Wogegen Mann nur ein paar Rubbeleien und vielleicht der Ausblick auf ein schön geformtes Dekolleté benötigt, sind wir Frauen viel anspruchsvoller. Die Stimmung, die Atmosphäre und der Moment müssen möglichst zusammenpassen. Davor noch eine halbe Stunde Petting, damit sie auch schön feucht wird und danach muss sich intensiv, von vorne bis hinten, um ihre Klitoris gekümmert werden.

Klingt kompliziert? Ist dir das zu viel? Mir auch! Und hier möchte ich dir sagen: es geht auch viel einfacher!

Das, was uns Filme und Serien oder das rechtsfreie Internet erzählen mag, ist völliger Humbug. Der Orgasmus einer Frau ist nicht das Monster von Lochness, das sich selten – und irgendwie nur vor einer wackeligen Kamera mit gefühlt 3 Megapixel – zeigt und mit Sicherheit auch keine aufwändige Handarbeitskunst.

Jede Frau hat in ihrem Leben schon mal einen Orgasmus vorgetäuscht. Zugegeben, daran sieht die alltägliche Frau auch nichts Schlimmes, aber stell dir nun mal vor, du täuscht jeden Orgasmus vor. Tag für Tag, Jahr für Jahr. Das ist doch auf Dauer ziemlich nervig, oder? Du verlierst irgendwann den Spaß am Sex, während dein Macker danach stolz rumstolziert und sich feiert, weil er dich zum Kommen gebracht hat. Du wirst immer unzufriedener und verspürst irgendwann vielleicht gar keine Lust mehr. Du sehnst dich nach mehr. Es staut sich in dir auf, vielleicht auch unbemerkt, und irgendwann bricht der Vulkan aus. Du begräbst deinen Liebsten mitsamt eurer Beziehung unter der heißen Lava und das war´s.

Der weibliche Orgasmus sollte ein Bestandteil unseres Lebens sein, nichts wo man sich denken sollte „mhm, heute mal wieder nicht? Okay“.

 

Die Faszination Frau

Anatomie der Vagina

So, nun widmen wir unsere Aufmerksamkeit des so wichtigen und hochgepriesenen Geschlechtsteiles und beleuchten mal kurz und knackig die Anatomie, die dahintersteckt:

Äußerlich, alles was du sehen kannst, ist die Vagina ganz klar aufgebaut: Schamlippen, Klitoris, Venushügel, der Scheidenvorhof und die Harnröhrenöffnung. In der Vagina befindet sich ein 8-12 cm langer Muskelschlauch. Die Vagina ist mit der Gebärmutter verbunden, die direkt darüber liegt.

Die Klitoris bildet nur die Spitze des Eisberges: der innere Teil der Klitoris erstreckt sich innerhalb der Vagina bis hin zum G-Bereich. Dir ist bestimmt schon einmal die raue Fläche an der Innenseite deiner Vagina aufgefallen, die besonders anfällig für Reibungen und Berührungen jeder Art ist. Das ist außerdem (wer hätte es gedacht) auch der G-Punkt.

Die Klitoris besitzt über 8000 Nervenenden, weshalb sie zu unserem empfindlichsten Körperteil gehört.

 

Die bösen Hormone

Die weibliche Libido ist auch meistens eine Frage der Hormone: die Lust auf Sex ist nichts anderes als ein Hormoncocktail aus Östrogen und Neurotransmitter, welcher schnell aus dem Gleichgewicht kommen kann. Liegt ein solches Ungleichgewicht vor, spricht man von einer hormonellen Schwankung. Diese Schwankungen sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen, da Hormonschwankungen nicht nur für den Libidoverlust verantwortlich sein können. Andere Symptome hier sind:

  • Verdauungsbeschwerden
  • Haarausfall
  • Gewichts Zu- oder Abnahme
  • Abgeschlagenheit
  • Depressionen
  • Angstzustände

Hier ist es wichtig, immer einen Facharzt zu konsultieren, da ein ausgewogener Hormonhaushalt sehr wichtig für den menschlichen Körper ist.

Aber wie komme ich nun auf den „Punkt“?

 

Das Orgasmus-Workout

Was du selbst tun kannst

Sport

Beckenbodenübungen: diese Sportart ist gar nicht mal so anstrengend wie es vielleicht klingen mag. Hier reicht es sogar schon, Liebeskugeln vaginal einzuführen und diese für einige Zeit zu tragen. Durch die Rotation und Bewegung der Kugeln kontrahiert der Beckenboden wie von selbst. Es gibt natürlich noch andere Methoden, wie das einfache Hüftheben, was den Beckenboden stärkt. Wer es aber schnell und einfach mag, probiere die Erste. Ein starker Beckenboden sorgt für mehr Beweglichkeit, mehr Lust und einen viel intensiveren Sex-Genuss!

Yoga: ich liebe Yoga! Keine Sportart ist so effektiv und gleichzeitig so simpel wie diese. Gut, es kann manchmal echt anstrengend sein, eine weile lang in den Asanas zu verweilen, aber das zahlt sich aus. Du wirst dadurch schön beweglich und geschmeidig, trainierst dabei gleichzeitig deinen Gleichgewichtssinn und sorgst für ein ausgewogenes Körpergefühl.

Gedanken klären

Schotte dich ab von all den Schönheitsidealen, die dir tagtäglich auf Instagram, Facebook und Co. vor die Nase gehalten werden. Es gibt kein zu dünn, zu dick, zu haarig… Du musst dich in deiner Haut wohlfühlen, DANN bist du schön!

Mache dir auch keine Gedanken mehr darum, deinen Bauch beim Sex einzuziehen und achte auch nicht mehr auf deine Mimik – wenn du es mit all deinen Sinnen genießt, dann wirkst du automatisch sehr sexy und sinnlich.

Masturbation

Wie lange ist es her, dass du dich bei der Selbstbefriedigung mal so richtig entspannen konntest? Ich meine damit nicht das hitzige Reiben an deiner armen Klitoris, nur damit du schnell und gezielt zum Punkt kommst. Nimm dir das nächste Mal doch einfach mal mehr Zeit, sorge für absolute Ruhe und fange an, dich selbst zu berühren, ohne jegliche Intention auf einen Orgasmus. Die Lust wird sich irgendwann ganz von selbst einstellen.

 

Was du mit deinem Partner tun kannst

Kommunikation

Hast du deinem Partner schon mal gesagt, wie du am besten kommen kannst oder hast du ihn einfach mal rangelassen? Beim nächsten Sex solltest du es einfach selbst in die Hand nehmen: befriedige dich während des Geschlechtsverkehrs einfach selbst mit der Hand und zeige deinem Partner, was er tun muss, damit du zum Höhepunkt kommst. Oder befriedige dich einfach mal komplett vor ihm, ohne dass ihr euch berührt. Ich verspreche dir, das wird ihn so scharf machen wie noch nie, und er weiß dann in Zukunft, wie er es dir machen soll! 

Abwechslung schaffen

Ihr müsst nicht gleich zum nächsten Tantra-Kurs rennen, aber schaut euch mal ein paar Videos oder Tutorials zum Thema Intimmassagen an. Dort lernt ihr ganz neue Handgriffe, mit denen ihr sicher etwas anfangen könnt. Mit einer sinnlichen Intimmassage wird dein Partner ganz bestimmt bei dir punkten können. Danach darf er ganz stolz die Brust heben und sagen „ich bin der Beste!“ und du kannst dann zufrieden nicken.

Mit Sexspielzeug könnt ihr euer Sexleben nochmal richtig heiß aufpeppen! Es gibt unzählige Variationen an verschiedenem Sexspielzeug da draußen: ein vibrierender Penisring lässt nicht nur den Mann länger durchhalten, er stimuliert zudem die Klitoris und sorgt so für doppelten Spaß! Oder du drückst deinem Liebsten deinen Lieblingsdildo in die Hand und lässt ihn ausprobieren – hier sind eurer Fantasie keine Grenzen gesetzt. 

Wohlfühlatmosphäre

Frauen brauchen für einen Orgasmus nicht nur Fingergeschick und viel Fantasie, sondern auch eine Umgebung, in der sie sich fallen lassen können. Sorgt für eine störungsfreie Kulisse, schaltet die Smartphones ab und zündet ein paar duftende Kerzen an. Wenn die Frau den Kopf abschalten kann, dann kann sie auch viel leichter zum Orgasmus kommen.

Neue Entdeckungen

Es ist nicht immer zwingend erforderlich, dass ihr immer gemeinsam kommt. Klar, es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass man im selben Moment den Höhepunkt erreicht, aber nur weil der Mann schon fertig ist, bedeutet das ja noch lange nicht, dass die Frau nicht mehr verwöhnt werden will. Wenn ER danach zu erschöpft ist, dann kann man sich auch einfach bequem auf sein Gesicht setzen oder es sich einfach selbst vor seinen Augen machen. Wahrscheinlich wird er Lust auf die nächste Runde bekommen…

Versteift euch aber nicht NUR auf die Klitoris. Frauen sind auch am Hals, an den Brustwarzen und an den Schenkelinnenseiten wahnsinnig empfindlich. Nehmt euch doch mal Zeit für ein paar ruhige Minuten, in denen ihr einfach nur daliegt und euch gegenseitig streichelt. Davor könnt ihr auch gerne ein Video zu den erogenen Zonen anschauen, die ihr gerne beim nächsten Mal ausprobieren könnt!

 

Die 9 Wege auf Wolke 7

Und da die Frau tatsächlich nicht so einfach gestrickt ist, habe ich hier noch die 9 unterschiedlichen Arten des weiblichen Orgasmus für dich. Ja, es sind satte 9 Stück! Und sicherlich bei Weitem nicht alle…

  1. Klitoral

Der klitorale ist wohl der Bekannteste in dieser Liste. Knapp 36 Prozent aller Frauen kommen über die Stimulation der Klitoris zum Orgasmus, weitere 36 Prozent meinen, dass die Orgasmen durch den klitoralen Orgasmus viel heftiger und intensiver ausfallen, als durch den vaginalen.

  1. Vaginal

Ja, ja, der vaginale Orgasmus. Wir haben den schon mal gehabt. Oder… haben es mal vorgegeben, einen gehabt zu haben.  Schließlich wissen viele ja nicht, dass die Klitoris überhaupt existiert. Nur etwa 4 Prozent der Frauen kommen durch vaginale Stimulierung zum Höhepunkt. Wow… da geht auf jeden Fall mehr!

  1. Gebärmutterhalsorgasmus

Oder auch A-Punkt Orgasmus genannt, führt mit dem Namen eher zu einem Kopfschütteln und Schulterzucken. Aber den hast du bestimmt auch schon gehabt: in der Reiterstellung, also wenn du dich auf deinem Partner befindest, drückst du dein Becken fest gegen seines und anstatt den Auf-Ab-Bewegungen, reibst du dich nun an ihm. Wenn du das schon mal gemacht hast, dann wirst du wissen, worauf ich hinauswill. In dieser Position wird dein Gebärmutterhals stimuliert, was dir besonders ekstatische Orgasmen bringen wird!

  1. Dreamgasm

So wird ein Orgasmus genannt, der dich ganz plötzlich überkommt, nachdem du in einem erotischen Traum zum Höhepunkt gekommen bist. Dieser Orgasmus ist leider noch nicht sehr weit erforscht, soll aber mindestens genau so intensiv sein wie der klitorale! Also wenn du das nächste Mal mit einem Zucken im Unterleib erwachst, dann bleibe noch ein Weilchen liegen und lasse für ein paar Minuten weiter deine Fantasie die Arbeit machen… oder deinen Partner.

  1. Brustorgasmus

Die Brustwarzen einer Frau sind mindestens genau so empfindlich, wie die Klitoris. Durch eine gezielte Stimulation der Nippel ist es auch möglich, einen Orgasmus herauszukitzeln. Hier gilt: weniger ist mehr! Man sollte immer mit ganz sanften und vorsichtigen Berührungen anfangen, bis man ungefähr die eigene Schmerzensgrenze kennt und weiß, wie viel genug ist, um dich zu erregen.

  1. U-Punkt Orgasmus

Den U-Punkt findest du oberhalb der Harnröhrenöffnung der Frau. Das ist über dem klitzekleinen Loch, wo tatsächlich gepinkelt wird (wer auch immer den Mythos eingeführt hat, dass Frauen, die einen Tampon tragen, nicht aufs Klo gehen können, gehört eingesperrt). Wenn man diesen kleinen Punkt mit dem Finger oder einem Vibrator stimuliert, soll es sich angeblich so anfühlen, als müsste man auf die Toilette – und sorgt für intensive Höhepunkte.

  1. Zonenorgasmus

Erogene Zonen sind zwar kein Fremdwort, aber hast du gewusst, dass Frau auch durch die Stimulation von genau diesen, einen tollen Orgasmus haben können? Die Oberschenkelinnenseiten, der Nacken, die Ohrläppchen oder sogar die Füße können es sein, die durch Streicheleinheiten und Berührungen stimuliert werden können. Dazu kann man aber pauschal nicht viel sagen, außer: selbst ausprobieren, was, wo und wie es einem gefällt.

  1. Blended Orgasm

Blended bedeutet so viel wie „gemischt“: wenn die Frau am G-Punkt und gleichzeitig klitoral befriedigt wird, dann kann man so für einen sehr intensiven Orgasmus sorgen. Am besten klappt dies mit den Händen oder mit einem Dildo.

  1. G-Punkt Orgasmus

Viele haben schon davon gehört, nur wenige haben ihn gefunden. Dabei ist es ganz einfach: wenn du deine Finger in die Vagina einführst und die Finger so krümmst, dass du mit diesen gegen die obere Wand deines Venushügels stößt, dann hast du ihn schon gefunden. Diese Stelle fühlt sich sehr rau an, und da dort die meisten Nervenenden der Vagina verlaufen, ist der G-Punkt Orgasmus ein Höhepunkt der Superlative!

So vielfältig und umfangreich – wie eine Blumenwiese

Du siehst, der weibliche Orgasmus ist gar nicht so einfach, aber mit kleinen Tricks und Kniffeleien kein unerreichbares Ziel. Es gibt so viele Möglichkeiten, sie zum Kommen zu bringen, weshalb es hier nur gilt auszuprobieren und seinen Körper in all seinen Facetten kennenzulernen!

Sollte der Orgasmus aber grundsätzlich ausbleiben, dann empfehlen wir einen Gang zum Facharzt. Es kommt immer wieder mal vor, dass eine Frau anatomisch so gebaut ist, dass sie gar keinen Orgasmus haben kann. Klingt verrückt, aber ist überhaupt nicht schlimm. Hier wird schnell und effektive Abhilfe geschafft, weshalb das kein Grund sein sollte, um sich den Orgasmus abzuschreiben. 

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